„Angeschlagene Kameradschaft, Neid“

Hauptversammlung – Neue Wehrführung bei Erbacher Brandschützern – Kritische Worte einiger Mitglieder

ERBACH. 


Stadtbrandinspektor Jürgen Volk und der für Feuerwehrbelange zuständige Stadtrat Karlheinz Bless in Vertretung des Bürgermeisters zollten Grimm für dessen mehrmonatiges Wirken und die gute Zusammenarbeit uneingeschränkt Dank und Anerkennung. Grimm war zur Fortsetzung dieser Aufgabe in dann per Wahl erfolgter Legitimation bereit, es traten jedoch auch zwei weitere Kandidaten an. In geheimer Abstimmung wählten die 41 stimmberechtigten Feuerwehraktiven René Bartmann mit 22 Stimmen zum neuen Wehrführer. Vorher hatten alle drei Kandidaten die Möglichkeit, ihre Vorstellungen von der künftigen Arbeit in der Einsatzabteilung zu erläutern. Bartmann nannte gegenseitigen Respekt und professionelle Hilfeleistungen als Ziele, und er sprach von „angeschlagener Kameradschaft, Neid und Missgunst“.
Zuvor hatte Grimm schon in seinem Jahresbericht mögliche Fehler eingeräumt, nachdem er mit der kommissarischen Amtsführung ins kalte Wasser geworfen worden sei. Rück- und ausblickend räumte er notwendige Korrekturen ein.
Ein Aktiver, im späteren Verlauf für eine andere Funktion vorgeschlagen, erklärte in der Folge, er könne dafür nicht kandidieren, da er „morgen austreten“ werde. Bless begrüßte in seinem Statement die nach demokratischen Strukturen erfolgte Wahl und betonte die Wichtigkeit von Strukturwandel und Anpassungen. Dies könne man aber nicht mit der Axt erreichen, sondern es müsse aus dem Inneren der Wehr kommen. Seine Gratulation an den neuen Wehrführer verband er mit dem Wunsch nach ebenfalls positivem Zusammenwirken mit den Gremien der Stadt.
Zur weiteren Wehrführung gehören als Stellvertreter Christoph Lepczyk und als Wehrausschuss Lars Deppe, Gerhard Scheuermann, Harald Schork, Patrick Sedlacek und Tim Bechtold. Der Wahl vorausgegangen waren die Berichte des Vorsitzenden Jürgen Volk und des kommissarischen Wehrführers Thomas Grimm, die beide auf die Vielfalt der Aufgabenstellungen eines solchen Gemeinwesens eingingen. Immerhin trägt diese Feuerwehr zwei sehr unterschiedliche Schuhe. Sie ist zum einen ein Verein mit 734 aktiven und passiven Mitgliedern, wobei sich Volk über vierzehn Neumitglieder im vergangenen Jahr freute, die den bisher erkennbaren Abwärtstrend geringfügig umkehrten.
Grimm hingegen zeigte die zweite Seite auf: Eine Hilfsorganisation mit gesetzlich reglementierten Aufgaben und freiwillig tätigem Personal. Grimm und Volk legten Zahlen und Fakten des Vereins- und Dienstbetriebes offen, wie anschließend auch die Leiter der Zusatzbereiche Spielmannszug, Jugend- und Minifeuerwehr sowie Ehren- und Altersabteilung. Schatzmeister Erwin Gieß legte detailliert die Rechnungsführung offen. Diese belegte, dass der Verein mit mehr als 20 000 Euro auch im Berichtsjahr wieder einen erheblichen Eigenbeitrag zur Finanzierung des Geschehens rund um den Brandschutz zusteuerte.
Eine Vielzahl von Aktiven wurde nach erfolgreich absolvierten Lehrgängen zu höheren Dienstgraden befördert, und Larissa Jacubczyk erhielt ihre Urkunde zur Übernahme von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Bless zeichnete Dennis Uhrig für 15 Jahre aktiven Dienst mit dem Feuerwehrehrenzeichen der Kreisstadt Erbach in Bronze aus.

 
Quelle: Echo-online vom 18.03.2013