Kreistadt-Wehren insgesamt gut aufgestellt

Notfallhilfe – Dorf-Erbacher Aktive stellen Frage nach Fortbestand

Reichlich Ehrungen gab es bei der Hauptversammlung der Erbacher Feuerwehren. Das Bild zeigt (von links) Kreisbrandinspektor Horst Friedrich, Stadtbrandinspektor Jürgen Volk, Stellvertreter Andreas Ihrig, Julius Schülein, Christian Ripper, Michael Kreuz, Michael Erle, Andreas Herbold, Kreisstabführer Helmut Schwinn, Wilhelm Olt, Kreisbeigeordnete Brigitte Heckmann, Ludwig Ihrig und Bürgermeister Harald Buschmann.   Foto: Gerd Wassner
Reichlich Ehrungen gab es bei der Hauptversammlung der Erbacher Feuerwehren. Das Bild zeigt (von links) Kreisbrandinspektor Horst Friedrich, Stadtbrandinspektor Jürgen Volk, Stellvertreter Andreas Ihrig, Julius Schülein, Christian Ripper, Michael Kreuz, Michael Erle, Andreas Herbold, Kreisstabführer Helmut Schwinn, Wilhelm Olt, Kreisbeigeordnete Brigitte Heckmann, Ludwig Ihrig und Bürgermeister Harald Buschmann.  Foto: Gerd Wassner

 
Die Feuerwehren der Kreisstadt Erbach sind gut ausgebildet und ausgerüstet. Allerdings überlagert der Konflikt um den infrage stehenden Ausbau des Dorf-Erbacher Gerätehauses manches.

Erbach. Die Feuerwehren der Kreisstadt waren im vergangenen Jahren bei 204 Einsätzen gefordert, darunter kleinere und mittlere Brände und ein Großbrand sowie etliche technische Hilfeleistungen. Dies berichtete Stadtbrandinspektor Jürgen Volk jetzt bei der der gut besuchten Hauptversammlung der Brandschützer. Bei diesen Notfällen habe sich gezeigt, dass die Erbacher Feuerwehren gut ausgebildet seien und mit 212 einsatzfähigen Männern und Frauen auch über einen zufriedenstellenden Personalstand verfügen.

Auch die Versorgung mit den für die Einsätze notwendigen Gerätschaften und Fahrzeugen bezeichnete Volk als gut. In den nächsten Tagen werde ein neues Wechsellader-Fahrzeug in den Dienst gestellt, bei dem die Wehren Umbauarbeiten im Wert von 23 000 Euro finanziert beziehungsweise mit eigenen Kräften vorgenommen hätten.

An Brandsicherungsdiensten schlugen alles in allem 1576 Stunden (allein 1190 beim Wiesenmarkt) zu Buche. Zeit steckten die Feuerwehrleute auch in den Umbau der Atemschutzwerkstatt, zudem trug diese Eigenhilfe erheblich zur Senkung der Kosten bei. Die Werkstatt geht demnächst wieder in Betrieb. In der Umbauzeit hätten die Erbacher die Atemschutzwerkstatt der Michelstädter Nachbarn problemlos nutzen können, wofür sich der Standbrandinspektor dankbar zeigte. Auch bei Pflasterarbeiten im Feuerwehrzentrum Erbach legten die Aktiven selbst Hand an, zudem beteiligten sich die Feuerwehrvereine mit 57 000 Euro an diversen Anschaffungen. Abschließend lobte Volk die generell gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Ganz frei von Unstimmigkeiten ist das Verhältnis freilich nicht, wie auch in dieser Sitzung zur Sprache kam. Anlass gab der – wie berichtet – wiederholt aufgeschobene und trotz vorliegendem Landeszuschuss auf der Kippe stehende Umbau des Dorf-Erbacher Feuerwehrhauses. Michael Gänssle stellte für die Dorf-Erbacher Wehr die Frage, ob es überhaupt noch Sinn mache, die Stadtteilwehr zu erhalten. „Wenn kein Signal von der Stadt kommt, dass wir bleiben sollen, dann gehen wir“, so Gänssle.

Dass die Erbacher Feuerwehren die Zeichen der Zeit erkannt haben und der Nachwuchsarbeit große Bedeutung beimessen, berichtete Stadtjugendfeuerwehrwart Patrick Pfister. Neben Minigruppen gibt es drei Jugendfeuerwehren in Erbach, Ebersberg-Schönnen und Dorf-Erbach. Mit der Teilnahme an regionalen und überregionalen Veranstaltungen sowie der feuerwehrtechnischen Ausbildung sei dem Nachwuchs auch einiges geboten worden.

Für den Spielmannszug berichtete Rainer Klingler, dass sich die vor zwei Jahren beschlossene Zusammenarbeit mit Michelstadt und die Umstellung auf eine konzertante Formation bewährt hätten. Derzeit zähle das Ensemble 26 Musiker, nach einer Werbeaktion zum Erbacher Kerwemarkt seien zehn Anfänger dazugekommen. Die Vorträge des Spielmannszugs mit Dirigent Helmut Schwinn zu Beginn der Versammlung fanden viel Beifall – ein Zeichen, dass die neue Musikrichtung ankommt. Erbacher Einsatzkräfte waren beim Hochwasser an der Weschnitz bei Biblis im Einsatz, und im Namen des hessischen Innenministers übereichte Bürgermeister Harald Buschmann den Beteiligten eine Anerkennungsurkunde.

Zusammen mit der Kreisbeigeordneten Brigitte Heckmann nahm dann Kreisbrandinspektor Horst Friedrich Ehrungen vor. Auf 40 Jahre Feuerwehrdienst blicken Wilhelm Olt und Ludwig Ihrig zurück, sie erhielten dafür das goldene Brandschutzehrenzeichen des Landes. Die Version in Silber für 25 Jahre Dienst ging an Michael Erle, Andreas Herbold, Martin Kolberg, Christian Ripper, Michael Kreuz und Edgar Lautenschläger. Kreisstabführer Helmut Schwinn überreichte an Julius Schülein, der über 40 Jahre als Feuerwehrmusiker aktiv ist, das entsprechende Ehrenzeichen des Landes in Gold. Zudem wurde Andreas Ihrig zum Oberbrandmeister befördert, Rene Bartmann, Christoph Lebcyk und Burkhard Jahnel sind nun Brandmeister.

Kreisbrandinspektor Friedrich ging auf den Hochwassereinsatz an der Elbe ein. Mit solchen und anderen Katastrophen müsse in Zukunft wahrscheinlich häufiger gerechnet werden. Deshalb sei es unerlässlich, dass die Feuerwehren dafür gerüstet seien. Das deutsche Hilfeleistungssystem sei in Europa einmalig, und er bat die Wehren mitzuhelfen, dass dies so bleibe. Als Wertegemeinschaft lobte die CDU-Bundestagabgeordnete Patricia Lips die Feuerwehren, die Garant für die Sicherheit der Bevölkerung seien.

 

Quelle: echo-online.de vom 07.12.2013