Atemschutzgeräteträger fit für den Einsatz

Für Atemschutzgeräteträger ist es unabdingbar, wenn nicht sogar überlebenswichtig, dass sie ständig trainieren, fortgebildet werden und auch die notwendige körperliche Leistung erbringen können. Diesen „Fitnesstest“ muss jeder mindestens einmal jährlich in der sogenannten Atemschutzstrecke erbringen.

Belastet mit fast 30 kg Schutzausrüstung, bestehend aus Atemschutzgerät, Schutzanzug, Helm, Handschuhen, Stiefeln haben die Übungsteilnehmer (Alter 18 bis 49 Jahre) eine Leistung von mind. 80 kJ zu erbringen. Ältere Atemschutzgeräteträger ( 50 bis 60 Jahre) haben, da die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt, je älter sie werden, noch mind. 60 kJ zu leisten.

Der Fitnesstest in der Atemschutzstrecke Erbach besteht aus 7 vorgeschriebenen Übungsteilen.

Im Schritt 1 sind sogenannte Schlaghämmer zu ziehen und auf dem Fahrradergometer zu fahren.


Anschließend folgt der Schritt 2 bestehend aus dem Streckendurchgang, der Industriestrecke und dem Tank. Die Strecke ist ein Gitterkäfig, der kriechend auf allen Vieren über, bzw. durch verschiedene Hindernisse passiert werden muss. Hierbei ist u.a. der Raum abgedunkelt und mit Spezialrauch vernebelt. Dadurch ist die Sichtweite für den Atemschutzgeräteträger gleich null, nicht jedoch für den Ausbilder. Dieser beobachtet die Übenden mittels Wärmebildkamera.   

Für die beiden nachfolgenden Aufnahmen wurde das Licht eingeschaltet.

Durch die Wärmebildkamera betrachtet:

Durch den Domschacht geht es in den Tank. Im Hintergrund ist die Industriestrecke zu erkennen. Beide Übungsteile sind Gewöhnungsübungen für den Atemschutzgeräteträger.  

Schritt 3 besteht aus dem Begehen der Endlosleiter und dem Laufband, bzw. dem betätigen am Handergometer.

In einer Atemschutzstrecke wird von den Feuerwehrangehörigen viel abverlangt. Die Übenden hingegen bekommen ein Gefühl, wie sie mit ihrer Leistung umgehen können, welche sie im Einsatz abrufen müssen. Einsatzbedingungen können in der Atemschutzstrecke nicht trainiert werden. Deshalb sind Kenntnisse, die man im Einsatz oder einsatznahen Übungen gewinnt, gerade für den Atemschutzgeräteträger wichtig. Diese Kenntnisse sollen an unerfahrenen Atemschutzgeräteträger weitervermittelt werden, damit auch künftig die Feuerwehr Einsatzsituationen erfolgreich begegnen kann. 

Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Dorf-Erbach übten in der Atemschutzstrecke wieder einmal 08. Februar 2012.

Bilder: Antje Walther

Text: Hans-Jörg Hupp